Der Meisterbrief

Mit dem Meistertitel erwerben Handwerker eine ganz besonders kostbare und angesehene Qualifikation. Mit dieser belegen sie nicht nur, dass sie ihr Handwerk tatsächlich perfekt beherrschen, sondern erhalten mit dem Titel zusätzlich die Erlaubnis, selbst Lehrlinge anzunehmen und zu unterrichten, können die Führungsposition in einem Betrieb des Maler und Lackierer-Handwerks übernehmen oder einen eigenen Betrieb gründen.

Auch wenn du dich noch weiter bilden möchtest, ist der Meisterbrief von großem Vorteil, denn er öffnet dir auch die Türen zu Universitäten und Fachhochschulen, an denen du einen mit dem Handwerk des Malers und Lackierers verwandten Studiengang belegen kannst.

Mit einem Meisterbrief ist das Einkommen wesentlich höher als das eines einfachen Gesellen, was gar nicht so unwichtig ist, denn die Kosten für den Erwerb des Meisterbriefs belaufen sich auf insgesamt 3.000 bis 5.500 Euro. Diese Kosten werden aber oft von einem Betrieb übernommen, wenn du dich im Gegenzug bereit erklärst, bestimmte Aufgaben zu übernehmen oder noch einen bestimmten Zeitraum für deinen Betrieb zu arbeiten. Ein Meister kann anspruchsvolle Aufgaben übernehmen und ist auch bei Kunden hoch geschätzt, was dem Betrieb zu Gute kommt.

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Voraussetzungen

Um zur Prüfung zum Maler- und Lackiermeister zugelassen zu werden, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Entweder musst du eine Gesellenprüfung als Maler und Lackierer oder in einem verwandten Handwerk vorweisen oder aber deine Abschlussprüfung in einem entsprechenden anerkannten industriellen Ausbildungsberuf nachweisen können. Alternativ wirst du auch zu der Prüfung zugelassen, wenn du in einem anderen Handwerk oder handwerksähnlichem Gewerbe eine Meisterprüfung abgelegt hast. Eine weitere Möglichkeit ist, dass du eine Gesellen- bzw. Abschlussprüfung in einem anderen anerkannten Ausbildungsberuf ablegst und danach mehrere Jahre praktische Berufserfahrung in der Tätigkeit als Maler und Lackierer sammelst. 

Vorbereitung auf die Prüfung

Um dich auf die Meisterprüfung vorzubereiten empfiehlt es sich, dass du einen Vorbereitungskurs an einem entsprechenden Bildungszentrum der Handwerkskammer besuchst. Diese Vorbereitungskurse können entweder 4 Monate bis 1 Jahr dauern, wenn du sie Vollzeit wahrnimmst oder du bereitest dich in Teilzeit über den Zeitraum von 2 Jahren auf deine Meisterprüfung vor. Inhaltlich wirst du darin geschult, neueste Techniken anzuwenden, Kundenbedürfnisse zufrieden zu stellen und den Betrieb zu organisieren. Zwei weitere wichtige Punkte des Vorbereitungsunterrichts befassen sich mit der Führung von Mitarbeitern und der Ausbildung von Jugendlichen.

Der Lehrstoff ist in vier Teile gegliedert:
Teil 1 Erwerb berufspraktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten
Teil 2 Vermittlung und Aneignung fachtheoretischer Kenntnisse
Teil 3 wirtschaftlich-rechtliche Stoffgebiete
Teil 4 Ausbilder-Eignungsverordnung

Die Meisterprüfung

In eben diese Teile gliedert sich dann auch die zu absolvierenden Prüfungen zum Erwerb des Meistertitels. Du bestehst die Meisterprüfung, wenn du in keinem der vier Prüfungsteile eine schlechtere Note als „ausreichend“ (4) erzielt hast. In den einzelnen Prüfungsteilen gibt es allerdings auch sogenannte Sperrfächer, die ebenfalls nicht mit einer schlechteren Note als "ausreichend" abgeschlossen werden dürfen. Wird dennoch eine 5 oder 6 erzielt, gilt die Meisterprüfung auch dann als nicht bestanden, auch wenn insgesamt eine besser Durchschnittsnote als "ausreichend" erreicht wird.

Neben der theoretischen gibt es noch die praktische Prüfung. In dieser musst du nicht nur dein generelles handwerkliches Können anhand einer Arbeitsprobe unter Beweis stellen, sondern auch ein sogenanntes Meisterstück anfertigen.