Kirchenmalerei und Denkmalpflege

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Alte Gebäude sind nicht nur historisch sehr wertvoll, sie sind auch besonders anfällig gegenüber äußeren Einwirkungen wie dem Wetter, Luftverschmutzungen oder der mutwilligen Zerstörung von Personen. Dann gilt es, die Wände, Decken, Fassaden, Wandmalereien sowie den Stuck so gut wie möglich wiederherzustellen. Wenn der Besucher den Verfall erst gar nicht bemerkt, weil er besonders gut ausgebessert wurde, dann war wohl ein sehr geschickter Maler der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege am Werk.

Welche Aufgaben erwarten dich?

Entscheidest du dich für diese Fachrichtung, sind die Oberflächen von alten Gebäuden dein Arbeitsgebiet. Zunächst muss der bearbeitende Untergrund auf seine Beschaffenheit geprüft werden. Dann wird die Oberfläche beschichtet, bekleidet und bemalt. Als Kirchenmaler hast du auch viel mit aufwendigen Verzierungen oder sogar Vergoldungen zu tun und gestaltest Profile und Ornamente. Dabei bedienst du dich den Techniken deiner Vorgänger, denn die Restauration soll nicht nur genau so aussehen wie einst, sondern auch so beschaffen sein. Dazu ist es üblich, mit den gleichen Arbeitstechniken, Werk- und Hilfsstoffen und altertümlichen Rezepturen zu arbeiten, wie die Malermeister vor Hunderten von Jahren.

Deine späteren Arbeitsorte

Maler der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege sind auf vielen verschiedenen Einsatzorten tätig und müssen sich je nach Auftrag flexibel zeigen. Oft bist du dabei auf hohen Gerüsten oder Leitern unterwegs, um jeden Winkel der großen Gebäude zu erreichen. Dein Arbeitgeber ist in der Regel ein Malerbetrieb, der sich auf die Restaurierung spezialisiert hat. Für ihn wirst du auf Baustellen von historischen Gebäuden oder auch in der Werkstatt deiner Firma Fassadenteile und andere alte Oberflächen wiederherstellen.

Das solltest du vor der Ausbildung wissen

Bei der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege geht es nicht nur darum zu wissen, mit welcher Technik du am besten restaurierst oder wie der Pinsel zu führen ist. Du musst vielmehr auch einige Kenntnisse über Naturwissenschaften mitbringen, um den Beruf zuverlässig ausführen zu können. Die Mathematik spielt beim Anrühren von Farben eine große Rolle, denn du musst das Mischverhältnis oder die Menge an Farben berechnen, die gebraucht wird. Wissen aus der Chemie hilft dir zu verstehen, wie bestimmte Beschichtungen auf welchen Oberflächen haften und was zusammen funktioniert.

Wie wirst du ein Maler der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege?

Um diesen Beruf ausüben zu können, ist eine Ausbildung erforderlich. In drei Jahren lernst du im Betrieb und der Berufsschule das Handwerk eines Malers der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege. Diese Duale Berufsausbildung ist nach der Handwerksordnung geregelt und kann theoretisch von jedem angefangen werden. In der Regel achten Betriebe aber darauf, dass du mindestens einen Hauptschulabschluss vorweisen kannst, bevor sie dich einstellen.